Sonntag 27. September 2026 im Evang. Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad – Ankergruppe
Zu einem aktuellen Umwelt-Thema hatte Beate Wurziger-Keltsch, Geschäftsführerin des EEB, die Mitglieder der Anker-Gruppe in das Evangelische Tagungs- und Bildungszentrum nach Bad Alexandersbad eingeladen. Justus Braune, Doktorand in der Didaktik der Biologie und Chemie an der Universität Bayreuth, nahm seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Reise in den Sonderforschungsbereich Mikroplastik.
Unter Mikroplastik seien kleine Kunststoffpartikel von weniger als fünf Millimeter zu verstehen, erläuterte der Referent und verwies darauf, dass Mikroplastik weltweit in allen Ökosystemen nachweisbar sei: in Luft, Wasser, Böden, Lebensmitteln und sogar in menschlichen Organen: „Wir kommen mit Mikroplastik über die Atemluft, das Trinkwasser, Lebensmittel und durch kosmetische Produkte in Kontakt“. Mikroplastik werde beispielsweise gezielt für Kosmetika hergestellt, entstehe aber auch beim Zerfall größerer Kunststoffprodukte durch Lichteinwirkung, Abrieb oder mechanische Belastung. Es handle sich um einen klar definierten Kunststoffschadstoff, dessen Umweltverbreitung und mögliche gesundheitliche Auswirkungen intensiv erforscht würden.
Den ebenso kurzweiligen wie fundierten Vortrag begleitete eine Power Point Präsentation mit Informationen und eindringlichen Fotos von Stränden, die mit Plastikmüll übersät waren. „Weltweit wird immer mehr Kunststoff produziert. Aber wir können das Rad nicht zurückdrehen“, so der Referent. Deshalb setze die moderne Kreislaufwirtschaft auf „Cradle to Cradle“ – deutsch: „von der Wiege zur Wiege“. Darunter verstehe man ein Design- und Wirtschaftskonzept, das Produkte so gestaltet, dass sie dauerhaft in geschlossenen Kreisläufen zirkulieren und keinen Abfall hinterlassen.
Im persönlichen Umfeld sei es deshalb ein kleiner, aber sinnvoller Beitrag zur Müllvermeidung, beispielsweise Glasflaschen oder Gefäße aus Porzellan oder Metall den Plastikverpackungen vorzuziehen. „Und: Wenn Sie in der Küche Schneidbrettchen aus Holz statt aus Kunststoff verwenden, vermeiden Sie die Entstehung von Mikroplastik.“ Ein perfekt bestandenes Abschlussquiz und eine lebhafte Diskussion folgten dem aufschlussreichen Referat, das ein wichtiges Thema aufgegriffen hatte und umweltbewusstes Verhalten bestärkte.
Hanna Cordes